Nahrungsmittel-Allergien

Ernährungstherapie bei Nahrungsmittelallergien

Ernährungstherapie bei Nahrungsmittelallergien (Bildquelle: ©piviso/pixabay)

Nahrungsmittelallergiker zu sein bedeutet, dass Sie im Alltag Ihre Allergie immer bedenken und sich entsprechend verhalten müssen. Ganz konkret heißt es, dass Sie einen an Ihre Bedürfnisse angepassten Lebensmitteleinkauf und eine entsprechende Gestaltung des Speiseplans realisieren müssen. Es setzt voraus, dass Sie genau über das Vorkommen und die Kennzeichnung Ihres Allergens Bescheid wissen, um es entsprechend meiden zu können.

Trotzdem sollte die tägliche Kost einer vollwertigen ausgewogenen, aber abwechslungsreichen Ernährung entsprechen. Die Nährstoffbilanz sollte alle lebensnotwendigen Inhaltsstoffe in ausreichender Menge aufweisen.

Ablauf Ernährungstherapie

1. Schritt: Gesundheits- und Ernährungsanamnese

2. Schritt: Beratungsschwerpunkte festlegen

3. Schritt: Beratungszeitraum definieren

4. Schritt: Umsetzung und Dauerernährung

Inhalte der Ernährungstherapie

Die allergologische Ernährungstherapie beruht auf der Grundlage der wissenschaftlichen Positionspapiere internationaler sowie nationaler wissenschaftlicher Gesellschaften (WHO /FAO, Europäische Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie).

1. Schritt: Eine genaue Anamnese ist die Grundlage für weiteres Vorgehen

Die wichtigste diagnostische Methode zur Abklärung von Allergien ist eine eingehende Befragung (Anamnese). Dabei wird nach aktuellen und früheren Beschwerden und deren Begleitumständen gefragt, um die Ursachen zu ergründen. Alles, was im Zusammenhang mit dem Auftreten der Beschwerden auffällig ist, kann wichtig sein.

  • Sichtung aller Labor- und Untersuchungsergebnisse. Mitgebrachte Befunde helfen, die Ausgangssituation besser zu bewerten.
  • Ausschluss oder Berücksichtigung von bisher nicht erkannten Auslösern
  • Berücksichtigung der aktuellen Medikamenteneinnahme
  • Auswertung des mitgebrachten Ernährungs- und Symptomtagebuchs. Dieses erleichtert, Zusammenhänge zwischen Ernährung und Beschwerden aufzudecken. Ihre Ernährungsgewohnheiten zeigen den Weg, um eine für Sie passgenaue Lösung zu erarbeiten.
  • Identifikation von Stressauslösern
  • Individuelle Zieldefinition der Ernährungstherapie

2. Schritt: Beratungsschwerpunkte definieren

Das diätetische Gesamtkonzept und die Beratungsschwerpunkte sind abhängig von der individuellen Problematik und der Diagnose.

In der Beratung erfahren Sie Zusammenhänge zwischen Ernährung und Allergien. Neben Informationsvermittlung steht die dauerhafte Ernährungsumstellung im Mittelpunkt mit dem Ziel, den gesunden und genussvollen Umgang mit dem Essen zu sichern.

  • Präzise Anleitung zur Vermeidung der Beschwerden auslösenden Nahrungsmitteln bzw. Nahrungsmittelbestandteile unter Berücksichtigung individueller Verträglichkeiten
  • Anleitung für eine praktische und schmackhafte Eliminationskost
  • Aufbau der therapeutischen Diät in Schritten mit dem Ziel, am Ende einen individuellen Ernährungsplan in
  • den Händen zu haben
  • Kennzeichnungsverordnung: was wie genau?
  • Wie gehe ich mit der Spurenkennzeichnung um?
  • Kontaminationsgefahren in der Küche
  • Essen unterwegs in Restaurants, im Urlaub, bei Freunden
  • Vermeidung allergischer Reaktionen und des anaphylaktischen Schocks
  • Steigerung bzw. Wiederherstellung der Lebensqualität

3. Schritt: Beratungszeitraum definieren

In Einzelsitzungen werden Sie persönlich beraten und begleitet. Die Dauer des Beratungszeitraums ist von dem Ziel abhängig, das Sie erreichen möchten.

4. Schritt: Umsetzung und Dauerernährung

Das wichtigste Ziel der Ernährungstherapie bei Nahrungsmittelallergien ist das konsequente Meiden des Allergens oder der Allergene bei möglichst geringer Einschränkung der Gesamternährung, um eine Fehl- oder Mangelernährung zu vermeiden und die Lebensqualität hoch zu halten.

Beratungszeiten

Mo – Do: 07.45 – 12.30 Uhr
Mo – Do: 14.00 – 18.00 Uhr

Terminvereinbarung / Telefonsprechzeiten

Di, Mi, Do: 12.45 – 13.15 Uhr

Was ist eine Allergie?

Unter einer Allergie wird eine „spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krank machenden Überempfindlichkeit“ verstanden. Das bedeutet, dass das Immunsystem des Allergikers sehr leistungsfähig ist. Es ist immunstark und nicht, wie häufig gedacht wird, immunschwach. Es reagiert überschießend auf eigentlich ganz harmlose Stoffe aus der Umwelt. Kennzeichnend für allergische Reaktionen ist die Reproduzierbarkeit. Sie sind also wiederholbar und auf einen definierten Auslöser zurückzuführen. Betroffen sind vor allem Haut, Atemwege und Verdauungstrakt.

Klassische Allergie

Der Organismus bildet Antikörper gegen Eiweißbestandteile von Grundnahrungsmitteln wie z.B. Hühnerei, Kuhmilch, Fisch, Soja, Weizen, Nüsse usw. Wenn diese Antikörper bei wiederholtem Kontakt mit dem Nahrungsmittel die Ausschüttung von Histaminen bewirken, kommt es in Folge zu klinischen Reaktionen, im schlimmsten Fall zum anaphylaktischen Schock.

Mögliche Symptome einer Nahrungsmittelallergie sind:

  • Hautrötung, -jucken
  • juckende Nase, Niesen, juckende und tränende Augen
  • Erbrechen, Magenkrämpfe oder Durchfall
  • Angioödem (plötzlich auftretende Schwellung der Haut oder Schleimhaut)
  • Heiserkeit, Engegefühl im Hals
  • Atembeschwerden (Pfeifen, Engegefühl Brust)

Kreuzallergie

Eine allergische Reaktion kann darauf zurückzuführen sein, dass bereits eine Allergie gegen einen bestimmten Stoff, z.B. Birkenpollen besteht und diese gleichzeitig eine Allergie gegen Haselnüsse oder Steinobst auslöst. Wenn zwei Allergene ineinander übergehen, spricht man von Kreuzallergie. Die in Frage kommenden pollenassoziierten Nahrungsmittel sind mittlerweile sehr groß. Gerade bei Kreuzallergien geht es darum, nicht pauschal z.B. Steinobst oder Nüsse einfach wegzulassen, sondern zu differenzieren, welche Nahrungsmittel sicher gehen, welche unter bestimmten Bedingungen und welche nicht.

Pseudoallergie

Man spricht von Pseudoallergie, wenn die Reaktion den klassischen Symptomen von allergischen Erkrankungen gleicht, jedoch ohne Bildung von Antikörpern, d.h. ohne Beteiligung des Immunsystems. Daher die Bezeichnung „pseudo“. Pseudoallergien sind tatsächliche Erkrankungen und nicht eingebildet bzw. weniger schwerwiegend als echte Allergien. Typischerweise kann eine Pseudoallergie durch Lebensmittelzusatzstoffe, aber auch durch natürliche Nahrungsmittelbestandteile ausgelöst werden.

Gaby Lingath